Leseförderung

Bücher- und Lesefestival

Das Thema Leseförderung und die Pflege der Erstsprache hat in der Öffentlichkeit mehr Gewicht bekommen. Das Kulturministerium hat in Zusammenarbeit mit mehreren Organisationen eine Buch- und Lesewoche vom 16. bis 20. Februar 2015 unter dem Namen Book and  Reading Festival organisiert. Bei dieser Gelegenheit hielt Agnes Gyr-Ukunda ein viel beachtetes Referat zur Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur in Ruanda. Die Buch- und Lesewoche wurde von einer Buchausstellung begleitet und mit einem Lesemarsch abgeschlossen.



IBBY Asahi Reading Promotion Award 2008

Der Kinderbuchverlag Bakame ist mit dem IBBY-Asahi Leseförderungspreis ausgezeichnet worden.
Die Preisübergabe fand am 9. September im Rathaus in Kopenhagen statt.


Rucksackbibliothek «Bana dusome»

Ausgangslage
Vom 26.–30. Juni 2006 fand in Kigali ein von IBBY initiiertes und von der UNESCO unterstütztes Seminar zur Leseförderung statt. Das Seminar war eine Folge des IBBY Weltkongresses in Kapstadt mit dem Motto «Bücher aus Afrika, Bücher für Afrika». Thema dieses Seminars war Enrichment of Cultural Development: Bringing Children’s Book to the Classroom.
Zum Seminar kamen gegen 80 Personen. Jeder Teilnehmende erhielt zum Schluss einen Rucksack mit Büchern. Damit startet das Pilotprojekt «Bana dusome» (wörtlich übersetzt «Kinder, wir lesen»).

Der Zugang zu Büchern ist ein Menschenrecht,
an dem alle Kinder dieser Welt teilhaben sollen.
Peter Schneck, IBBY Präsident

Die Rucksackbibliothek
In jedem Rucksack hat es 20 Bücher: 10 Bücher auf Kinyarwanda, 5 Bücher auf Englisch und 5 Bücher auf Französisch. Das Zielpublikum sind Schüler der 4.–6. Primarklasse. Die Auswahl der Bücher berücksichtigen die verschiedenen Ansprüche auf die Lesefertigkeit und Interessengebiete. So finden sich in jedem Rucksack neben Geschichten und Romanen auch Bilderbücher, Sachbücher und Comics.



Wie funktioniert die Rucksackbibliothek
100 Rucksäcke wurden an die an die anwesenden Schuldirektoren abgegeben. Im Seminarteil «School-libraries and reading promotion» wurden lesedidaktische Tipps für den praktischen Einsatz im Unterricht erarbeitet, die jeder Rucksackbibliothek mitgegeben wurden. Zusätzlich wurde jedem Rucksack ein Bordbuch mitgegeben, worin die Schülerinnen und Schüler ihre Erfahrungen und Lesetipps weitergeben können.
Die Rucksackbibliotheken bleiben höchstens einen Monat im Klassenzimmer. Dann wandern sie innerhalb des Schulhauses ins nächste Klassenzimmer.
Wenn die Rucksackbibliothek im ganzen Schulhaus herumgereicht worden ist, aber spätestens am Ende des Schuljahres kommen die Rucksackbibliotheken zur Editions Bakame zurück, damit sie wieder in einem anderen Schulhaus eingesetzt werden können.

Der Leseanimator
Die Rucksackbibliotheken werden von einem Leseanimator oder einer Leseanimatorin begleitet. In regelmässigen Abständen kommt der Leseanimator oder die Leseanimatorin in den Schulen auf Besuch und unterstützt die Lehrer im Umgang mit Büchern und im Leseunterricht.
Dank seiner Nähe zu den Schulen kann er oder sie laufend die Wirkung, die Erfolge und Misserfolge dokumentieren und aufnehmen und auch Verbesserungen einbauen.

Probleme
In Ruanda gibt es grosse Schulklassen mit 40–50 Schulkindern. Es gibt keine Tradition der Lesekultur. Viele Lehrpersonen sind in einer bücherlosen Zeit aufgewachsen und haben nie den Umgang mit Büchern gelernt. Die Schulen verfügen in der Regel über keine Schulbibliothek und haben keinen elektrischen Anschluss und somit auch keinen Zugang zu elektronischen Medien.

Ausblick
Mit der Rucksackbibliothek, dem Seminar und dem Einsatz von Leseanimatoren wird ein wichtiger Schritt für die Verankerung einer Lesekultur gesetzt.